Kritisch-rationale Bewertung der Impfungen gegen

Influenza und Covid-19

(Kurzfassung)
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Publikationsdatum: 15. April 2026


Autoren


Prof. Dr. med. Dieter Köhler (ehemaliger Direktor, Klinikum Kloster Grafschaft, Schmallenberg)

Dr. med. Thomas Voshaar (Vorsitzender des Verbandes Pneumologischer Kliniken e.V.; ehem. Chefarzt, Lungen- und Thoraxzentrum Moers)

Prof. Dr. med Dominic Dellweg (Direktor der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie, Pius-Hospital Oldenburg)

Dr. med. Peter Haidl (ehem. Direktor, Krankenhaus Kloster Grafschaft, Schmallenberg

Dr. med. Patrick Stais, LL.M., MHBA. Niedergelassener Lungenfacharzt Praxis Kevelaer

Prof. Dr. Peter M. Wiedemann. Psychologe. Monash-University, Melbourne, Adjunct Professor

Dr. med. Thomas Hausen (Hausarzt im Ruhestand)

Dr. phil. nat. Gerhard Scheuch (Physiker mit Schwerpunkt Aerosolmedizin

Priv. Doz. Dr. Andreas Edmüller (Philosophie, LMU München))

Prof. Dr. rer. nat. Gerd Antes (Mathematiker und Medizinstatistiker, Universität Freiburg)

Dr. phil. Andreas F. Rothenberger, Fürstenfeldbruck (Philosoph und Unternehmer)


 

Grundlagen zu Impfungen


Impfungen haben eine besondere Bedeutung bei solchen Infektionserkrankungen, die ein hohes Potential für bedrohliche Verläufe haben und für die es keine hinreichend wirksame und gut verträgliche Therapie oder medikamentöse Prophylaxe gibt. Grundsätzlich müssen Wirkung und Nebenwirkungen jeder Impfung abgewogen werden gegenüber Wirksamkeit, Nebenwirkung und Verfügbarkeit medikamentöser Therapien oder Prophylaxen.


Neben diesen vor allem auf die Einzelperson fokussierten Indikationen gibt es aber auch epidemiologische Aspekte bei den Impfindikationen, um beispielsweise eine Epidemie oder Pandemie zu verhindern oder einzudämmen. Daneben gibt es auch sozioökonomische Aspekte, die zum Beispiel die Zahl der Krankheitstage durch eine Infektionserkrankung berücksichtigen.


Aus diesen Gründen stellen sich bei jeder Impfung folgende Fragen:


  1. Werden Tod und schwere Verläufe signifikant reduziert
  2. Wird das Angehen einer Infektion komplett verhindert
  3. Wird die Übertragungsrate (Ansteckung) reduziert


Da die meisten Infektionserreger nicht für alle Menschen gleichermaßen gefährlich sind und es viele Menschen mit immunmodulierenden Therapien im Sinne eines erhöhten Risikos für Infektionen und schwere Verläufe gibt, stellt sich immer die Frage, welche Gruppe von Menschen besonders von einer Impfung profitiert. Eine Wirksamkeitsanalyse kann daher nur unter Beschreibung von Alterskohorten und besonderen Risikogruppen erfolgen.


Im Prinzip enthalten alle Impfstoffe eines der folgenden Antigene oder stimulieren die Synthese eines Antigens:


  1. Lebendimpfstoffe. Abgeschwächte, aber noch vermehrungsfähige Viren (z.B. gegen Polio, Masern oder Röteln).
  2. Proteinbasierte Impfstoffe. Inaktivierte Viren oder Virusbestandteile (z.B. gegen Influenza)
  3. Toxine, die von Bakterien oder Viren synthetisiert werden (z.B. gegen Diphterie oder Tetanus).
  4. Vektorimpfstoffe. Gentechnisch veränderte Viren, die nicht mehr vermehrungsfähig sind, regen in den Zellen die Synthese der wichtigsten Antigene gegen einen Erreger an. Die starke immunogene Wirkung erzeugt mehr Nebenwirkungen als die obigen Impfvarianten.
  5. mRNA -Impfstoffe. Gentechnisch modifizierte mRNA wird in die Zellen eingeschleust, um dort das gewünschte Virusantigen zu synthetisieren. DNA-Impfstoffe (meist Plasmide) sind ebenfalls möglich, derzeit in Europa nicht zugelassen.


Studien zur Wirksamkeitsmessung von Impfungen


Es gibt zahlreiche Arten von Studien, um eine bestimmte Therapie bzw. Impfung zu bewerten.


Beobachtungs- & Kohortenstudien


Diese Studienart dient der Feststellung von Korrelationen. Innerhalb einer konkreten und unveränderlichen Gruppe von Individuen, die alle ein bestimmtes Merkmal aufweisen, wird beobachtet, mit welchen anderen Merkmalen dieses zusammen auftritt. Wenn man dies über einen längeren Zeitraum beobachtet, spricht man von einer Längsschnittstudie, wenn man dies nur für einen bestimmten Moment wissen will, von einer Querschnittsstudie. Werden Beobachtungen aus verschiedenen Kohortenstudien miteinander verglichen, spricht man von Kontrollstudien, und wenn eine Kohorte unter permanenter Beobachtung steht, nennt man dies „prospektiv“.


Um die Vergleichbarkeit zu erhöhen, werden Untergruppen nach bestimmten Parametern wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand u.Ä. gebildet und miteinander verglichen. Das größte Problem aller Beobachtungsstudien ist der Umstand, dass Menschen nicht im Labor mit einigen wenigen eindeutigen Merkmalen bzw. Eigenschaften konstruiert und gehalten werden, sondern neben den beobachteten Merkmalen noch viele weitere besitzen, die möglicherweise unbemerkt das festgestellte Ergebnis beeinflusst haben (z.B. Rauchverhalten oder generell gesündere Lebensweise). Jede Beobachtungsstudie läuft somit Gefahr, solche Störfaktoren (sog. „Confounder“) zu übersehen, selbst wenn es statistische Verfahren gibt, diese abzuschätzen, Bei starken, nicht erfassten Confoundern, kann im schlimmsten Fall eine Beobachtungsstudie dadurch nicht nur verzerrt, sondern auch unsinnigen und komplett falschen Ergebnissen führen. Man darf daher nie vergessen, dass Beobachtungsstudien ausschließlich zur Feststellung von Korrelationen dienen, und niemals zur Feststellung von Kausalzusammenhängen oder sogar als deren Beweis herangezogen werden dürfen!


Test-Negativ-Design (TND) Studien


Personen mit passenden Symptomen, die von sich aus einen Arzt aufsuchen, werden auf eine bestimmte Krankheit getestet. Wenn die Anzahl der Geimpften in der Gruppe der positiv getesteten signifikant geringer ist als in der Gruppe der negativ getesteten, so geht man davon aus, dass die Impfung Wirkung zeigt.


Randomisiert kontrollierte Studien (RCT)


RCTs sind die aktuell beste Studienart, um die Wirksamkeit einer Impfung zu eruieren. Durch Zufallsverteilung werden zwei Gruppen gebildet, von denen eine mit Wirkstoff und die andere mit Placebo geimpft wird, wobei Geimpfter sowie Impfender nicht wissen, welcher Gruppe sie

angehören. Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Ergebnisse von RCTs die Wirksamkeit einer Impfung wahrscheinlich zu gering abbilden, weil der Prozentsatz der Gesundheitsbewussten (Personen, die generell einen gesünderen Lebensstil pflegen), die an einer Studie teilnehmen, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höher ist. Darüber hinaus nehmen Risiko-Patienten oder Schwangere praktisch nie an solchen Studien teil.


Influenzaimpfung


Seit den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es Influenzaimpfungen, weswegen die Datenlage hervorragend ist. Alle Arten von Studien wurden in vielfacher Auflage durchgeführt, wobei sich die Ergebnisse von RCTs und TNDs nicht relevant unterschieden und als valide gelten dürfen. Lediglich reine Beobachtungsstudien zeigten im Vergleich zu RCTs wieder ihre übliche Schwäche, sodass die unterschiedliche Lebensführung von Impfwilligen im Vergleich zu Impfunwilligen die Ergebnisse verzerren. Dieser Confounder ist sehr schwerwiegend und muss zwingend bei Studien zur Wirkung von Impfungen berücksichtigt werden.


Ab den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde viel mit „Big Data“ experimentiert, weil man vermutete, dass man mit der Skalierung der schieren Größe an Daten aus unterschiedlichen Studien auch die Ergebnisse skalieren und damit validieren könnte. Es konnte jedoch mathematisch nachgewiesen werden, dass bei Big Data die Störgrößen bzw. Confounder schneller wachsen als die gesuchten Signale, weswegen man an epistemisch einwandfreien Einzelstudien als bester Datenbasis nicht vorbeikommt. Wenn die Datenbasis einzelner Studien jedoch höchsten erkenntnistheoretischen Ansprüchen genügt, liefern Metaanalysen dieser Studien durchaus seriöse und belastbare Ergebnisse.


Bezüglich der Influenzaimpfung gilt es als gesichert, dass eine Impfung die Infektionswahrscheinlichkeit im Folgejahr um ca. 50% reduziert; bezogen auf die Gesamtbevölkerung sprechen wir hier von einer absoluten Risikoreduktion von ca. 2% auf 1%. Auf die Mortalität sowie die Weitergabe der Viren zeigt eine Impfung jedoch nur geringe positive Effekte, die nur grenzwertig statistisch signifikant werden. Insgesamt verlaufen die Infektionen in der Regel deutlich milder als ohne Impfung.


Eine Erhöhung der Impfdosis führt bis zu einem gewissen Grad zu einer Erhöhung der Antikörper, danach tritt ein Sättigungseffekt ein, jedoch steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen signifikant. Boosterimpfungen (Wiederholungsimpfung mit gleichem Impfstoff innerhalb eines kurzen Zeitraums) erzielen keinen positiven Effekt.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Influenzaimpfung aus statistischer Sicht für alle Personen unabhängig vom Alter empfehlenswert ist., Der Verlauf einer Influenzainfektion ist bei Hochbetagten zwar oft gravierender, jedoch gibt es immer wieder Influenzapandemien, bei denen jüngere Altersgruppen schwer oder sogar besonders häufig und schwerer betroffen sind (z.B. spanische Grippe Anfang des 20. Jh.). Durch die Nutzung des jährlich angepassten Impfstoffs entwickelt sich eine zunehmend breitere und anhaltende Immunität.


Wahrscheinlich wäre es ausreichend sich nur dann impfen zu lassen, wenn die Influenzaviren bedeutsame Veränderungen der Oberflächenproteine aufweisen (Antigen-Shift). Das allerdings ist in der Breite nicht praktikabel.


Coronaimpfung


Die Studienlage zu den Coronaimpfstoffen ist primär aus vier Gründen als defizitär zu bewerten, selbst wenn aufgrund des politisch-gesellschaftlichen Drucks sowie hoher Profitchancen für die Pharmaindustrie in den letzten Jahren immens viele Studien zu Coronaimpfstoffen durchgeführt wurden, und die Anzahl der diesbzgl. Publikationen bereits die Anzahl der Publikationen zu Influenzaimpfstoffen übersteigt.


  1. Aufgrund der zeitlichen Situierung existieren keine Daten aus Langzeitstudien, bzw. liegen ggf. erst später vor.
  2. Starker Confounder: Doppelinfektionen mit Corona- & Influenza-Viren sind nahezu nicht dokumentiert worden, sodass unklar ist, inwiefern bei Menschen, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren und einen schweren bzw. letalen Krankheitsverlauf durchlebten, der Coronavirus und/oder der Influenzavirus dafür verantwortlich war.
  3. Der Impfstatus von hospitalisierten, mit SARS-CoV-2 infizierten Personen wurde in Deutschland erst ein Jahr nach Einführung der Impfung in Deutschland erfasst.
  4. Die Effizienz der Impfung wurde in vielen Studien allein über die Höhe des Blutspiegels der neutralisierenden Antikörper bestimmt. Daraus lassen sich keine validen Schlüsse zur klinischen Wirksamkeit der Impfung ableiten. Die immunologische Virus-Abwehr ist lokal und systemisch wesentlich komplexer als dass man sie allein auf eine Teilmenge der Antikörper reduzieren könnte.


Die Daten der hochwertigeren Zulassungsstudien Mitte 2020 bis Beginn 2021 zeigen, dass mRNA- und Vektor-Impfstoffe die Schwere des Verlaufs – und damit auch die Letalität – einer Covid-19-Erkrankung reduzierten. Proteinbasierte Impfstoffe waren gering weniger wirksam, hatten aber auch weniger Nebenwirkungen. Danach war das nicht mehr sichtbar, was an der deutlich abnehmenden Virulenz infolge Mutationen des SARS-CoV-2 lag. Die während der Pandemie registrierte Mortalität der infizierten Personen war in hohem Maße altersabhängig und eindeutig mit dem Alter ansteigend. Eine relevante Mortalität wurde (immunsuppressiv behandelte jüngere Menschen ausgenommen) praktisch erst ab einem Lebensalter von 60 bis 65 Jahren beobachtet.


Diese Tatsache zeigt sehr eindrucksvoll, dass die Frage nach der Risikogruppe primär ist für alle Maßnahmen und eben auch für eine Impfempfehlung sowie für die Fokussierung von Studien.


Die Nebenwirkungen der neuartigen Impfstoffe sind nicht unerheblich. So wurde der Impfstoff Vaxzeviria von AstraZeneca 2024 vom Markt genommen, weil er u.a. zu gehäuft auftretenden Hirnvenenthrombosen führte, und bei Spikevax von Moderna kam es nach der zweiten Impfung gehäuft zu Herzmuskelentzündungen bei jungen Menschen. Da Covid-19 jedoch auch zu diesen Erkrankungen führen kann und nicht immer festgestellt wurde, ob beim Auftreten dieser Erkrankungen eine vorangehende Coronainfektion vorlag, ist eine eindeutige Zuordnung schwierig. Dauerhaft eingerichtete prospektive Kohortenstudien könnten hier für Klarheit sorgen.


Boosterimpfungen mit gleichem Impfstoff führten nach der aktuellen Datenlage zu keinem besseren Impfschutz. Mit der Zahl der Wiederholungsimpfungen scheint sogar die Infektionsrate eher wieder zu steigen, was zum Teil auch immunologisch plausibel erscheint.


Aktuell ist die Mortalitätsrate durch die vorherrschenden Coronaviren äußerst gering und es gibt keine validen Daten, dass wiederholte Impfungen mit angepassten Corona-Impfstoffen unter epidemiologischen, sozioökonomischen oder individuellen Gesichtspunkten sinnvoll sind. Daneben, und dies ist hochrelevant nach unserer Einschätzung, gibt es zahlreiche sehr gut begründete und bisher nicht beantwortete Fragen zu Nebenwirkungen der mRNA- und Vektorbasierten Impfstoffe. Grundsätzlich haben diese den Nachteil, dass sie den natürlichen Infektionsweg der Viren nicht imitieren, so dass Teile der Immunabwehr (insbesondere in den Schleimhäuten) nicht aktiviert werden. So können wir entgegen der Meinung der STIKO zum aktuellen Zeitpunkt keine Empfehlung für eine Coronaimpfung aussprechen.




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